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150 Jahre Flächentarifvertrag


Der Flächentarifvertrag ist eine Errungenschaft der deutschen Gewerkschaftsbewegung, die vor 150 Jahren ihren Anfang nahm. Damals schlossen die Buchdrucker, die erste deutsche Gewerkschaft, mit dem Arbeitgeberverband „Deutscher Buchdruckverein“ den ersten Tarifvertrag für eine ganze Branche ab. Der Vertrag trat am 9. Mai 1873 in Kraft und beendete einen langen Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne für die Buchdrucker.


Seitdem haben Tarifverträge eine große Bedeutung für die Verbesserung der Arbeitsqualität und die Sicherung des sozialen Friedens in Deutschland. Sie ermöglichen es den Gewerkschaften, solidarisch für alle Beschäftigten einer Branche zu verhandeln und ihre Position zu stärken. Die Arbeitgeber profitieren von einem einheitlichen Verhandlungspartner und einem fairen Wettbewerb. Beide Seiten haben ein Interesse an einer stabilen Tarifautonomie.


Heute gibt es in Deutschland rund 84.000 Tarifverträge, die für verschiedene Branchen und Betriebe gelten. Etwa 52 Prozent der Beschäftigten arbeiten unter dem Dach eines Tarifvertrages, vor allem in größeren Unternehmen. Die Bundesregierung will die Tarifbindung in Deutschland stärken und öffentliche Aufträge nur noch an Unternehmen vergeben, die tarifvertragliche Standards einhalten. Damit soll auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet werden.


Der Flächentarifvertrag ist also ein Meilenstein in der Geschichte der deutschen Arbeitsbeziehungen, der auf der Tradition der Buchdrucker aufbaut und für die Zukunft gestaltet werden muss.



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