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2. Tarifverhandlung im bayerischen Buchhandel und bei Verlage endet enttäuschend


Die zweite Tarifverhandlung endet für die Beschäftigten im bayerischen Buchhandel und bei Verlagen enttäuschend. Bereits im Vorfeld zeigten Streikende eindrucksvoll ihre Entschlossenheit. Zu Verhandlungsbeginn besuchten Streikende des Verlagsunternehmens Hüthig Jehle Rehm die Tarifverhandlungen und machten die Arbeitgeberkommission auf ihre schwierige Situation aufmerksam. Leider kam es aber zu keinem Verhandlungsfortschritt und auch zu keinem neuem Angebot. ver.di kündigte nun eine Ausweitung der Streikaktionen an.


„Die drastischen Preissteigerungen treffen Menschen mit unterdurchschnittlichen Einkommen besonders. Das Ersparte wurde vielfach bereits in der Pandemie und im letzten Jahr aufgebraucht. Dadurch befinden sich viele Beschäftigte in einer existenziellen Krise und wissen nicht mehr, wovon sie notwendige Ausgaben bezahlen sollen. Ein Angebot von 0,49 € mehr in der Stunde bedeutet weitere Reallohnverluste und vergrößert die Gefahr der Altersarmut“, empört sich Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer.


Konkret boten die Arbeitgeber bereits in der 1. Tarifverhandlung für 2023 eine Entgeltsteigerung von 3% an, für die unteren Entgeltgruppen 80 € im Monat. Dies bedeutet, bei einer Buchhändlerin im Endgehalt, eine Erhöhung von 0,49 € in der Stunde. Ein Jahr später soll es eine Erhöhung von zwei Prozent geben, was einer Erhöhung von 0,33 € in der Stunde für eine gelernte Buchhändlerin im Endgehalt entspricht. Auszubildende sollen 100 € mehr im Monat bekommen.


„Die Beschäftigten werden in den nächsten Tagen und Wochen die passende Antwort geben. Wir werden die Streikaktionen ausweiten. Es bleibt dabei, wir müssen um jeden Euro kämpfen,“ erklärt Ertunc Eren, ebenfalls ver.di Verhandlungsführer.

 


ver.di fordert für die tarifgebundenen Beschäftigten im bayerischen Buchhandel und bei den Buchverlagen:


•             Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,50 € in der Stunde.

•             Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat.

•             Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.


Untermauert wurden diese Forderungen durch eine Beschäftigtenbefragung. Dort geben 91 % der Befragten an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten und 95 % schätzen ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt.


Die Tarifverhandlungen werden am 17.07.2023 fortgesetzt.

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