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Arbeitgeber ohne Gewissen: Ein Blick auf die aktuellen Tarifverhandlungen


Aktuelle Flugblatte ver.di

Die jüngsten Entwicklungen in den Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg werfen ein Schlaglicht auf die Haltung der Arbeitgeberverbände, die nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Öffentlichkeit aufhorchen lassen. Nachdem die ver.di-Tarifkommission in Baden-Württemberg das letzte Angebot der Arbeitgeber als unzureichend zurückgewiesen hatte, zeigten die Arbeitgeberverbände ihre wahre Seite, indem sie sämtliche Verhandlungstermine bundesweit absagten.


Der verweigerte Dialog


Die Absage der Verhandlungstermine sendet eine klare Botschaft: Die Arbeitgeber sind nicht daran interessiert, zu verhandeln und eine Einigung zu erzielen. Stattdessen fordern sie nun ein Spitzengespräch auf Bundesebene. Doch ist ein Spitzengespräch wirklich die Lösung?


Die Arbeitgeber wissen sehr wohl, dass ein Tarifabschluss in Nordrhein-Westfalen nur durch die ver.di-Tarifkommission Einzelhandel NRW erreicht werden kann. Ein Spitzengespräch auf Bundesebene kann einen Tarifabschluss in NRW nicht ersetzen. Daher ist die Forderung nach einem Spitzengespräch vielmehr ein durchsichtiger Versuch, die Tarifverhandlungen weiter zu verzögern.


Die Hartnäckigkeit von ver.di


Im Gegensatz zu den Arbeitgebern hat ver.di bisher keinen Verhandlungstermin abgesagt. Vielmehr hat die Gewerkschaft in stundenlangen Sondierungen und Verhandlungen nach Lösungen gesucht. Ver.di bleibt weiterhin verhandlungsbereit. Doch eines steht fest: Die Gewerkschaft wird keinen Tarifvertrag unterzeichnen, der zu einem Reallohnverlust für die Beschäftigten führt.


In Zeiten steigender Inflation und wachsender wirtschaftlicher Herausforderungen ist es nur fair, dass die Beschäftigten angemessen entlohnt werden. Das jüngste Angebot der Arbeitgeber, das 6% Lohnerhöhung in 2023 nach drei Nullmonaten, weitere 4% in 2024 und eine IAP von insgesamt 750 Euro vorsieht, reicht bei weitem nicht aus, um den durch die Inflation verursachten Reallohnverlust auszugleichen.


Fazit


Die aktuellen Tarifverhandlungen werfen ein beunruhigendes Licht auf die Haltung der Arbeitgeberverbände. Statt den Dialog zu suchen und faire Kompromisse zu erzielen, versuchen sie, den Prozess zu verzögern und die Beschäftigten weiterhin mit unzureichenden Angeboten abzuspeisen.


In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und wachsender Kosten des Lebensunterhalts ist es entscheidend, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam Lösungen finden, die die Interessen beider Seiten berücksichtigen. Ein fairer Tarifvertrag, der den steigenden Lebenshaltungskosten gerecht wird, ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung.


Die Arbeitgeber sollten die berechtigten Forderungen der Beschäftigten ernst nehmen und sich an den Verhandlungstisch begeben, um eine faire und gerechte Lösung zu finden. Es liegt an ihnen, zu beweisen, dass sie nicht als Arbeitgeber ohne Gewissen wahrgenommen werden wollen.

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