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Arbeitgeberdrohungen bei Streiks: Die Rechtslage in Deutschland und ihre Auswirkungen


Wenn Arbeitnehmer in Deutschland ihr Streikrecht ausüben, stehen sie oft vor der Herausforderung, mit möglichen Konsequenzen seitens der Arbeitgeber konfrontiert zu werden. Solche Drohungen reichen von ungünstigen Arbeitszeiten und Einschränkungen bei Freizeitwünschen bis hin zu Zwangsversetzungen, ausbleibenden Beförderungen und der Ausnutzung des Abhängigkeitsverhältnisses. In diesem Blogbeitrag werden wir die Rechtslage in Deutschland bezüglich der Drohungen von Arbeitgebern bei Streiks betrachten und deren Auswirkungen analysieren.


1. Recht auf Streik:

In Deutschland haben Arbeitnehmer das grundgesetzlich verankerte Recht auf Streik. Dieses Recht ermöglicht es den Arbeitnehmern, ihre Arbeitskraft kollektiv zurückzuhalten, um ihre Interessen zu vertreten und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Arbeitgeber dürfen dieses Recht nicht einschränken oder behindern.


2. Verbot von Diskriminierung:

Die Drohung mit ungünstigen Arbeitszeiten, der Nichtberücksichtigung von Freizeitwünschen, Zwangsversetzungen oder dem Ausbleiben von Beförderungen als Reaktion auf die Teilnahme an einem Streik stellt eine Form der Diskriminierung dar. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Diskriminierung aufgrund von gewerkschaftlicher Betätigung oder des Ausübens des Streikrechts.


3. Kündigungsschutz:

Arbeitnehmer, die rechtmäßig am Streik teilnehmen, sind vor einer Kündigung geschützt. Gemäß dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) ist es Arbeitgebern nicht gestattet, Arbeitnehmer allein aufgrund ihrer Teilnahme an einem Streik zu entlassen. Die Teilnahme an einem rechtmäßigen Streik darf kein Kündigungsgrund sein.


4. Unzulässige Ausnutzung des Abhängigkeitsverhältnisses:

Die Drohung mit Konsequenzen, um das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auszunutzen, ist in Deutschland unzulässig. Das Arbeitsrecht schützt Arbeitnehmer vor Ausbeutung und missbräuchlichen Praktiken seitens der Arbeitgeber. Eine solche Vorgehensweise verstößt gegen das Gebot von Treu und Glauben im Arbeitsverhältnis.



Die Rechtslage in Deutschland schützt die Rechte der Arbeitnehmer, die ihr Streikrecht ausüben. Drohungen seitens der Arbeitgeber, die darauf abzielen, Arbeitnehmer einzuschüchtern oder zu benachteiligen, sind unzulässig und können rechtliche Konsequenzen haben. Arbeitnehmer sollten sich über ihre Rechte informieren und bei Bedarf rechtlichen Beistand suchen, um ihre Interessen zu wahren. Es ist wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Rahmen des Streikrechts den Dialog aufrechterhalten und nach konstruktiven Lösungen suchen, um langfristig faire Arbeitsbeziehungen zu fördern und zu erhalten.

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