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Beschäftigte kämpfen für Wertschätzungauch beim Gehalt


Als Reaktion auf die enttäuschende 2. Tarifverhandlung

im bayerischen Einzelhandel und wegen der anstehenden Tarifverhandlung im bayerischen Groß- und Außenhandel, sowie im genossenschaftlichen Großhandel ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten in ausgewählten Betrieben am 15.06.2023, zu Streiks auf. Zum Streik aufgerufen werden die Beschäftigten vom Edeka Zentrallager in Kempten, des Edeka Foodservice in Wendelstein, des Zentrallagers von Lekkerland, den Zentrallägern von Lidl in Anzing und Graben, den Zentrallägern von Rewe in Buttenheim und Eitting. Aufgerufen sind auch die Beschäftigten vom Dehner Gartencenter in Kaufbeuren, Edeka Filialen in Dillingen, Harburg, München und Untergriesbach, Feneberg in Kempten, Galeria Karstadt Kaufhof in Kempten, von Hoffmann Supply Chain in München, h&m in Augsburg, Erlangen, Kaufbeuren, Kempten, Lindau und Memmingen, Kaufland in Erding, Geretsried, Kaufbeuren, Moosburg, München PEP und Weilheim, Massimo-Dutti in München, Metro Neu-Ulm, Saturn Augsburg und Friedberg, VMarkt Bad Wörishofen, Immenstadt Kaufbeuren und Kempten, sowie Zara Augsburg und Kempten.


Einzelne Betriebe sind schon seit mehreren Tagen im Streik. Die Streikenden

aus dem Allgäu versammeln sich in Memmingen und starten um 9.30 Uhr zu

einer Demonstration von der Stadthalle zum Schrannenplatz mit Kundgebung.


„Die Beschäftigten streiken aus reiner Notwehr, da sie sich ein Arbeitsleben im Handel ohne Einkommenssteigerungen, die den extrem gestiegenen Preisen etwas entgegensetzen, nicht leisten können“, sagte Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer im bayerischen Einzelhandel


„Die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel müssen mit Ihrem Gehalt nicht nur ihr Leben und das ihrer Familien bestreiten, sie müssen damit auch der drohenden Altersarmut begegnen. Da zählt jeder Euro, den wir durchsetzen“, erklärte Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer im bayerischen Groß- und Außenhandel.


Die Tarifverhandlungen im bayerischen Einzelhandel werden am 4.07.2023 fortgesetzt. Die Tarifverhandlungen im bayerischen Groß- und Außenhandel gehen am 16.06.2023 und im genossenschaftlichen Großhandel am 10.07.2023 in die dritte Runde.


Seit April finden eigenständige Tarifverhandlungen in Bayern für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel, im Groß- und Außenhandel und im genossenschaftlichen Großhandel statt. Die Angebote der Arbeitgeberverbände bewegten sich zwischen 3 und 4 % Entgelterhöhung in 2023. Zum Teil ergänzt wurden die Angebote um Inflationsausgleichsprämien weit unter 1.000 €. Für das zweite Jahr boten die Arbeitgeber Erhöhungen zwischen 2 und 2,4 %. Alle Angebote hatten eine Laufzeit von 24 Monaten.


Hintergrundinformation:


ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Einzel- und Versandhandel:


 Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,50 € in der Stunde.

 Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat.

 Erhöhung der unteren Beschäftigtengruppen und Löhne auf ein rentenfestes Min-desteinkommen von 13,50 € in der Stunde.

 Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.

 Die Tarifverträge des bayerischen Einzelhandels sollen wieder allgemeinverbindlich werden, damit Dumpingkonkurrenz und Vernichtungswettbewerb wirksam bekämpft werden.


ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel:


 Tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte* um 13 %

 Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 €

 Die Laufzeit der Tarifverträge muss 12 Monate betragen.

 In einer gemeinsamen Initiative soll die Allgemeinverbindlichkeit der Entgelttarifver-träge erreicht werden


Untermauert wurden diese Forderungen durch eine breite Beschäftigtenbefragung, an der sich knapp 6.000 Kolleginnen und Kollegen aus über 500 Einzelhandels-Betrieben und knapp 4.000 Beschäftigte aus dem Groß- und Außenhandel beteiligten. Dort geben 76 % der Befragten aus dem Einzelhandel an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Groß- und Außenhandel liegt der Anteil bei 73%. 87 % im Einzel- und 89% im Großhandel schätzen ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt. 68 % unterstützen eine überproportio-nale Anhebung der unteren Einkommen und 84 % der Befragten fordern die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

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