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Beschäftigte sauer auf Arbeitgeber


Nach der ergebnislosen 2. Tarifverhandlung im bayerischen

Einzelhandel und wegen der anstehenden Tarifverhandlung im bayerischen

Groß- und Außenhandel, sowie im genossenschaflichen Großhandel ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten aus einzelnen

Betrieben am 14.06.2023, zu Streiks auf. Zum Streik aufgerufen werden die

Beschäftigten von Amazon in Graben, der Zentralläger von Edeka in Kempten, und Marktredwitz, das Zentrallager von Lekkerland, die Zentralläger von Lidl in Anzing und Graben, die Zentralläger von Rewe in Buttenheim und Eitting. Aufgerufen sind auch die Beschäftigten der Edeka Filialen in Dillingen, Harburg, Monheim, München, Untergriesbach und Wemding, Galeria Karstadt Kaufhof in Augsburg, von Hoffmann Supply Chain in München, h&m in Ansbach, Augsburg, Donauwörth, Erlangen, Fürth und Nürnberg, Ikea Gersthofen, Metro Neu-Ulm, Saturn Friedberg und Augsburg, Selgros Augsburg und Zara Augsburg.


Einzelne Betriebe sind schon seit mehreren Tagen im Streik. Durch die Streikaktionen, vor allem in den Zentrallägern kann es in den folgenden Tagen zu

Versorgungsengpässen in den Filialen kommen. Die Streikenden aus dem

Landkreis Augsburg treffen sich um 11.00 Uhr zu einer Demonstration am

Plärrergelände und versammeln sich um 12.00 Uhr zu einer Kundgebung auf

dem Königsplatz in Augsburg.


„Auch in der zweiten Tarifverhandlung hat sich gezeigt, dass die Arbeitgeber die

ernste Lage der Beschäftigten durch die dramatischen Preissteigerungen und die

massive Gefahr der Altersarmut nicht ernst nehmen. Deshalb bleibt den Beschäftigten nur die Ausweitung ihrer Streikaktionen“, erklärt Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer im bayerischen Einzelhandel.


„Die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel halten nicht nur die Betriebe am Laufen, sie sind das Rückgrat der bayerischen Wirtschaft. Bei den Tarifverhandlungen in dieser Woche wird sich zeigen, ob die Arbeitgeber Respekt und Wertschätzung auch beim Gehalt zeigen“, sagte Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer im bayerischen Groß- und Außenhandel.


Die Tarifverhandlungen im bayerischen Einzelhandel werden am 4.07.2023 fortgesetzt. Die Tarifverhandlungen im bayerischen Groß- und Außenhandel gehen am 16.06.2023 und im genossenschaftlichen Großhandel am 10.07.2023 in die dritte Runde.


Seit April finden eigenständige Tarifverhandlungen in Bayern für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel, im Groß- und Außenhandel und im genossenschaftlichen Großhandel statt. Die Angebote der Arbeitgeberverbände bewegten sich zwischen 3 und 4 % Entgelterhöhung in 2023. Zum Teil ergänzt wurden die Angebote um Inflationsausgleichsprämien weit unter 1.000 €. Für das zweite Jahr boten die Arbeitgeber Erhöhungen zwischen 2 und 2,4 %. Alle Angebote hatten eine Laufzeit von 24 Monaten.


Hintergrundinformation:


ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Einzel- und Versandhandel:


 Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,50 € in der Stunde.

 Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat.

 Erhöhung der unteren Beschäftigtengruppen und Löhne auf ein rentenfestes Mindesteinkommen von 13,50 € in der Stunde.

 Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.

 Die Tarifverträge des bayerischen Einzelhandels sollen wieder

allgemeinverbindlich werden, damit Dumpingkonkurrenz und Vernichtungswettbewerb wirksam bekämpft werden.


ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel:


 Tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte* um 13 %

 Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 €

 Die Laufzeit der Tarifverträge muss 12 Monate betragen.

 In einer gemeinsamen Initiative soll die Allgemeinverbindlichkeit der Entgelttarifverträge erreicht werden


Untermauert wurden diese Forderungen durch eine breite Beschäftigtenbefragung, an der sich knapp 6.000 Kolleginnen und Kollegen aus über 500 Einzelhandels-Betrieben und knapp 4.000 Beschäftigte aus dem Groß- und Außenhandel beteiligten. Dort geben 76 % der Befragten aus dem Einzelhandel an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Groß- und Außenhandel liegt der Anteil bei 73%. 87 % im Einzel- und 89% im Großhandel schätzen ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt. 68 % unterstützen eine überproportio-nale Anhebung der unteren Einkommen und 84 % der Befragten fordern die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

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