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Beschäftigte wehren sich gegen massive Einkommensverluste


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

ruft die Beschäftigten in ausgewählten Betrieben des bayerischen Einzelhandels,

Großhandel und genossenschaftlichen Großhandel am 09.06.2023, zu

Streiks auf. Zum Streik aufgerufen werden die Beschäftigten von Amazon in Graben, der Zentralläger von Edeka in Gochsheim, Marktredwitz, in Sachsen bei Ansbach sowie Schwabach, das Zentrallager von Kaufland in Donnersdorf, Lidl Zentrallager in Graben, die Zentralläger von Rewe in Buttenheim und Eitting. Aufgerufen sind auch die Beschäftigten von Hoffmann Supply Chain in München, h&m in Ansbach, Augsburg, Kaufbeuren, Kempten, Lindau, Memmingen und Nürnberg, Kaufland in Bad Kissingen und Dingolfing und Metro Nürnberg Eibach, Nürnberg Buch sowie Neu-Ulm.


Einzelne Betriebe sind schon seit mehreren Tagen im Streik. Durch die Streikaktionen, vor allem in den Zentrallägern kann es in den folgenden Tagen zu

Versorgungsengpässen in den Filialen kommen.


„Im April sind die Preise für Lebensmittel um 17,2 Prozent gestiegen. Die Arbeitgeber bieten nach zwei Verhandlungsrunden für das laufende Jahr gerade einmal 52 Cent mehr Entgelt pro Stunde. Das bedeutet weiter Reallohnverlust für die Beschäftigten, deshalb sind unsere Kolleginnen und Kollegen sauer und gehen auf die Straße“, erklärt Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer im bayerischen Einzelhandel.


„Die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel sind das Rückgrat der bayerischen

Wirtschaft. Sie machen unter schwierigen Bedingungen einen super Job und versorgen uns tagtäglich. Da ist doch Respekt und Wertschätzung auch beim Gehalt das Mindeste, was sie erwarten können“, machte Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer im bayerischen Groß- und Außenhandel deutlich.


Die Tarifverhandlungen im bayerischen Einzelhandel werden am 13.06.2023 fortgesetzt.

Die Tarifverhandlungen im bayerischen Groß- und Außenhandel gehen am

16.06.2023 und im genossenschaftlichen Großhandel am 10.07.2023 in die dritte

Runde.


Seit April finden eigenständige Tarifverhandlungen in Bayern für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel, im Groß- und Außenhandel und im genossenschaftlichen Großhandel statt. Die Angebote der Arbeitgeberverbände bewegten sich zwischen 3 und 4 % Entgelterhöhung in 2023. Zum Teil ergänzt wurden die Angebote um Inflationsausgleichsprämien weit unter 1.000 €. Für das zweite Jahr boten die Arbeitgeber Erhöhungen zwischen 2 und 2,4 %. Alle Angebote hatten eine Laufzeit von 24 Monaten


Hintergrundinformation:


ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Einzel- und Versandhandel:


  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,50 € in der Stunde.

  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat.

  • Erhöhung der unteren Beschäftigtengruppen und Löhne auf ein rentenfestes Min-desteinkommen von 13,50 € in der Stunde.

  • Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.

  • Die Tarifverträge des bayerischen Einzelhandels sollen wieder allgemeinverbindlich werden, damit Dumpingkonkurrenz und Vernichtungswettbewerb wirksam bekämpft werden.


ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel:


  • Tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte* um 13 %

  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 €

  • Die Laufzeit der Tarifverträge muss 12 Monate betragen.

  • In einer gemeinsamen Initiative soll die Allgemeinverbindlichkeit der Entgelttarifver-träge erreicht werden

Untermauert wurden diese Forderungen durch eine breite Beschäftigtenbefragung, an der sich knapp 6.000 Kolleginnen und Kollegen aus über 500 Einzelhandels-Betrieben und knapp 4.000 Beschäftigte aus dem Groß- und Außenhandel beteiligten. Dort geben 76 % der Befragten aus dem Einzelhandel an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Groß- und Außenhandel liegt der Anteil bei 73%. 87 % im Einzel- und 89% im Großhandel schätzen ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt. 68 % unterstützen eine überproportio-nale Anhebung der unteren Einkommen und 84 % der Befragten fordern die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.


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