Erster Digitalisierungstarifvertrag im Handel vereinbart!


Meine Anerkennung für diesen riesigen ersten Schritt in eine digitale Zukunft! Ich bewundere den Mut und die Entschlossenheit aller beteiligten Kolleg*innen.

Nach sechs Monaten und 14 Verhandlungsrunden haben deine Bundestarifkommission und H&M einen Digitalisierungstarifvertrag für 14.300 Beschäftigte vereinbart. Das ist ein großer Erfolg für alle Kolleg*innen, denn dieser Digitalisierungstarifvertrag bei H&M ist der erste Digitalisierungstarifvertrag im Handel überhaupt.

Zentrales Element des Digitalisierungstarifvertrages ist deine Beteiligung an der Gestaltung der Digitalisierung. In Zukunft muss digitale Technik auch in deinem Interesse gestaltbar sein.

Durch den Tarifvertrag werden dafür die Beteiligungsrechte deines Gesamtbetriebsrates erweitert und ein Digitalisierungsbeirat gegründet, der aus Vertreter*innen von ver.di und H&M besteht und eigene Vorschläge sowie Vorschläge der Belegschaft zur Gestaltung des Zukunftskonzepts einbringen kann.

Darüber hinaus werden Kolleg*innen ab Anfang 2023 in ausgewählten Testfilialen über Workshops besonders beteiligt, um die menschengerechte Gestaltung der neuen Arbeitsweisen zu beurteilen und eigene Anforderungen an die Weiterentwicklung zu stellen.

Ein besonderer Kündigungs- und Abgruppierungsschutz soll die Kolleg*innen im Zuge des Digitalisierungsprozesses absichern. Zudem soll Leiharbeit nicht dazu genutzt werden, festangestellte Beschäftigte zu ersetzen, sondern nur noch als Ausnahme und vorübergehend, um Personallücken zu füllen und Bedarfsspitzen abzudecken.

Im Store der Zukunft müssen weiterhin Menschen arbeiten: Der persönliche Kundenkontakt in den Stores bleibt wichtig! Daher soll die Beratung der Kund*innen durch eine tarifliche Qualifizierungsoffensive gestärkt werden. So sollen die Kolleg*innen in den Filialen auch vor einer möglichen Dequalifizierung ihrer Tätigkeiten geschützt werden.

Wörtlich heißt es im Digitalisierungsvertrag: „Die Tarifvertragsparteien sind sich darüber einig, dass die Digitalisierung, die Qualifizierung der Beschäftigten sowie die Beratung durch qualifizierte Beschäftigte eine Chance dafür ist, den stationären Handel im Rahmen der Omnichannelstrategie zu erhalten und zu stärken.“ Omnichannelstrategie meint die Verknüpfung von Filial- und Onlinegeschäft.

Schließlich sieht der Digitalisierungstarifvertrag bis zu sechs zusätzliche tarifliche, halbjährliche Sonderzahlungen für alle Kolleg*innen in den Stores vor. Dabei ist die Gewährung im zweiten und dritten Jahr von der Umsatzentwicklung abhängig.

Bei einer Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von bis zu 20 Stunden gibt es zweimal 250 Euro brutto Sonderzahlung im Jahr, bei 21 bis 30 Wochenstunden zweimal 400 Euro brutto und ab 31 Wochenstunden zweimal 450 Euro im Jahr. Die Laufzeit des Digitalisierungstarifvertrags beträgt 36 Monate.

Zum aktuellen Flugblatt hier klicken!

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