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Eskalation bei Primark Hannover – Gewerkschaft ver.di steht gegen Lohnrückzahlungsforderungen auf


Hand mit 10 Euro-Schein

In einem unerwarteten und beunruhigenden Schritt hat die Geschäftsleitung der Primark-Filiale in Hannover rund 50 Beschäftigte aufgefordert, Teile ihres Lohns zurückzuzahlen. Die Forderungen, die zwischen 500 und 1500 Euro liegen, treffen vor allem teilzeitbeschäftigte Frauen hart – für einige bedeutet dies ein volles Monatsgehalt.


Diese Entwicklung löst nicht nur Bestürzung aus, sondern wirft auch Fragen über die Motive der Geschäftsführung auf. Interessanterweise sind alle betroffenen Mitarbeiter in der Vergangenheit durch ihre Beteiligung an Streiks bei Primark aufgefallen. Dies lässt die Maßnahme weniger wie eine reguläre Unternehmensentscheidung und mehr wie einen gezielten Einschüchterungsversuch erscheinen.


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat energisch auf diese Praktiken reagiert. Mizgin Ciftci, Gewerkschaftssekretär, der die Primark-Filiale in Hannover betreut, verurteilt diese Vorgehensweise scharf. Er betont, dass die Gewerkschaft solche illegalen Praktiken nicht hinnehmen werde. Die ver.di-Rechtsabteilung prüft derzeit alle Fälle.


Dies ist nicht das erste Mal, dass Primark in Hannover mit zweifelhaften Mitteln gegen die eigene Belegschaft vorgeht. Schon vor Weihnachten gab es Versuche, gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter zu verdrängen und durch günstigere Mini-Jobber zu ersetzen. Maßnahmen wie kurzfristige Änderungen im Dienstplan und mündliche Einschüchterungsversuche wurden von ver.di bereits öffentlich gemacht.


Ciftci sieht in den jüngsten Nachzahlungsaufforderungen eine Eskalation der Situation. Er versichert jedoch, dass sich die Belegschaft nicht einschüchtern lässt und weiterhin für ihre Rechte einstehen wird. Dies gilt sowohl für den laufenden Tarifkonflikt im Handel als auch in anderen Bereichen.


Das Vorgehen von Primark wirft ein kritisches Licht auf die Unternehmenspraktiken und verdeutlicht die Wichtigkeit von Gewerkschaften und kollektiver Aktion. In Zeiten, in denen Arbeitnehmerrechte zunehmend unter Druck stehen, ist die Rolle von Organisationen wie ver.di entscheidend, um ein faires und gerechtes Arbeitsumfeld zu gewährleisten.


Quelle: Pressemitteilung ver.di

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