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Für einen Tarifabschluss trennen uns Welten


Die dritte Tarifverhandlung endet für die Beschäftigten

im bayerischen Buchhandel und bei Verlagen ohne Ergebnis. Im Vorfeld machten

Beschäftigte eindrucksvoll, in verschiedenen Aktionen und Streiks, ihre

schwierige Situation deutlich. Angst um die eigene Existenz und Angst vor der

drohenden Altersarmut waren dabei das bestimmende Bild. Die Arbeitgeber

machten zwar ein neues Angebot, dies liegt aber aus Sicht der Beschäftigtenvertreter weit weg von einem möglichen Tarifabschluss.


„Menschen mit unterdurchschnittlichen Einkommen sind von den massiven Preissteigerungen besonders hart betroffen. Viele Beschäftigte befinden sich in einer existenziellen Krise und wissen nicht mehr, wovon sie notwendige Ausgaben bezahlen sollen. Ein Angebot von 57 Cent mehr in der Stunde, bedeutet weitere Reallohnverluste und ist im Kampf gegen die Altersarmut nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, empört sich Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer.


Konkret boten die Arbeitgeber in der 3. Tarifverhandlung für 2023 eine Entgeltsteigerung von 3,5 % an, für die unteren Entgeltgruppen 80 € im Monat. Dies bedeutet, bei einer Buchhändlerin im Endgehalt eine Erhöhung von 57 Cent in der Stunde. Auszubildende sollen 100 € mehr im Monat bekommen. Aufgehübscht soll das Angebot um eine Einmalzahlung von 500 € werden. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen. Der gekündigte Manteltarifvertrag soll wieder abgeschlossen werden.


„Die niedrigen Gehälter bei Buchhandlungen und Verlage treffen überwiegend

Frauen in ihrer Existenz. Die Angst vor Altersarmut ist dabei nicht nur ein Gefühl,

sondern eine skandalöse Realität. Dieses Angebot liegt Welten von den Erwartungen der Beschäftigten entfernt,“ erklärt Ertunc Eren, ebenfalls ver.di Verhandlungsführer.


ver.di fordert für die tarifgebundenen Beschäftigten im bayerischen Buchhandel und bei den Buchverlagen:


  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,50 € in der Stunde.

  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat.

  • Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.


Untermauert wurden diese Forderungen durch eine Beschäftigtenbefragung.

Dort geben 91 % der Befragten an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten und 95 % schätzen ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt.


Die Tarifverhandlungen werden am 10.08.2023 fortgesetzt.



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