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"Friss oder Stirb?" – Eine Tarifauseinandersetzung eskaliert


Streik-Nikolaus

Ein entscheidender Moment im Kampf um faire Arbeitsbedingungen im deutschen Einzelhandel. Die geplante Tarifverhandlung am 5. Dezember in Hamburg, ein Hoffnungsschimmer für viele, wurde krankheitsbedingt abgesagt. Dieser Termin war besonders, da er nach einem bundesweiten Spitzengespräch zwischen der Gewerkschaft ver.di und den Arbeitgebern als einziger festgelegt wurde. Zurück bleibt eine frustrierende Erkenntnis: Das Spitzengespräch war umsonst.


Erpressung oder Verhandlung? Eine harte Linie der Arbeitgeber

Die Arbeitgeberseite verfolgt eine harte Strategie: Ein bundesweites Tarifdiktat, das für alle Regionen 6 Prozent Lohnerhöhung dieses Jahr und weitere 4 Prozent im nächsten Jahr, zuzüglich einer einmaligen Inflationsausgleichsprämie von 750 Euro vorsieht. Doch dies scheint mehr Ultimatum als Angebot zu sein – "Friss oder stirb", könnte man sagen. Eine Haltung, die kaum Spielraum für echte Verhandlungen lässt.


Der Ruf nach gerechten Löhnen

Die Beschäftigten im Einzelhandel spüren die Diskrepanz zwischen steigenden Lebenshaltungskosten und stagnierenden Löhnen. In einer Zeit, in der die Inflation zwar sinkt, aber die Preise hoch bleiben, reichen die bisherigen Angebote der Arbeitgeber nicht aus. Die Forderungen sind klar und deutlich:

  • 2,50 Euro mehr pro Stunde,

  • 250 Euro mehr pro Monat für Auszubildende,

  • ein Mindestlohn von 13,50 Euro pro Stunde,

  • eine Vertragslaufzeit von 12 Monaten,

  • die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel.

Streikbewegung als Triebkraft für Veränderung

Die Einzelhandelsbeschäftigten haben in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gezeigt, wie stark sie sind. Hunderte gingen in Hamburg auf die Straße, und landesweit streikten Tausende für einen fairen Tarifabschluss. Diese Bewegung hat bereits zu verbesserten Angeboten der Arbeitgeber geführt. Jetzt geht es darum, weiterhin Druck aufzubauen, um die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurückzuholen.


Weihnachten als Wendepunkt?

Mit Weihnachten vor der Tür, einer kritischen Zeit für den Einzelhandel, steht viel auf dem Spiel. Die Beschäftigten sind bereit, ihre Forderungen mit weiteren Aktionen und Streiks zu untermauern. Es ist eine eingespielte Streikbewegung entstanden, die zeigt: Zusammenhalt und gemeinsames Handeln können die Situation verändern.


Zusammenfassung: Ein Aufruf zum Handeln

Die Situation im Einzelhandel ist mehr als eine Tarifauseinandersetzung. Es geht um grundlegende Fragen der Gerechtigkeit und des Respekts gegenüber den Beschäftigten. Dieser Kampf ist nicht nur für höhere Löhne, sondern auch für die Anerkennung der harten Arbeit, die tagtäglich im Einzelhandel geleistet wird. Die Zeit für einen gerechten Tarifabschluss ist überfällig. Die Beschäftigten haben gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Rechte einzustehen. Jetzt ist es an den Arbeitgebern, zu zeigen, dass sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertschätzen und bereit sind, faire Bedingungen zu schaffen.


Wir bleiben dabei! Für faire Löhne und gerechte Arbeitsbedingungen im Einzelhandel.



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