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Kann ich meine Arbeits­mails von einer KI schreiben lassen?


Die Verlockung ist groß: Statt mühsam an einer beruflichen E-Mail zu feilen, könnte man einfach einen KI-Chatbot damit beauftragen. Doch halt – ist das überhaupt erlaubt, fragen sich viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Antwort auf diese Frage ist komplex und wirft interessante rechtliche Aspekte auf.

Gemäß dem Fachanwalt für Arbeitsrecht, Peter Meyer, lässt sich eine einfache Regel festhalten: "Mit Zustimmung des Arbeitgebers ist alles möglich." Ohne diese Zustimmung hingegen sollten E-Mails, die von einem KI-Chatbot verfasst wurden, nicht einfach abgeschickt werden. Hier kommt Paragraph 613 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ins Spiel. Dieser besagt, dass der Arbeitnehmer seine Dienstleistungen höchstpersönlich erbringen muss. KI sei jedoch mehr als eine Maschine oder ein Korrekturprogramm, so Meyer. Es könne darüber gestritten werden, ob in diesem Fall die Arbeit noch höchstpersönlich erbracht wird.


Ein weiterer Aspekt ist die Fürsorgepflicht des Arbeitnehmers gemäß Paragraph 241 Absatz 2 BGB. Diese besagt, dass der Arbeitnehmer die Interessen des Arbeitgebers berücksichtigen muss. Hierbei könnten Fragen des Urheberrechts oder des Datenschutzes eine Rolle spielen, vor allem wenn umfassende Ausarbeitungen von einem KI-Chatbot erstellt werden. Meyer betont, dass solche Leistungen von ChatGPT nur mit Zustimmung des Vorgesetzten in Anspruch genommen werden sollten. Andernfalls drohen Konsequenzen.

Wer ohne Zustimmung der Vorgesetzten KI-Chatbots nutzt und dies nicht offenlegt, kann sich Ärger einhandeln. Dies gilt umso mehr, wenn der Arbeitgeber den Einsatz von KI ausdrücklich untersagt hat. In solchen Fällen warnt Meyer vor Ermahnungen, Abmahnungen und möglicherweise sogar Kündigungen als Folge.


Insgesamt wird deutlich, dass der Einsatz von KI-Chatbots in beruflichen Kontexten rechtliche Hürden aufwerfen kann. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten sich bewusst sein, dass die Zustimmung des Arbeitgebers ein entscheidender Faktor ist und dass die Einhaltung der höchstpersönlichen Dienstleistungspflicht sowie der Fürsorgepflicht unbedingt berücksichtigt werden müssen. Die verlockende Idee der KI-Unterstützung sollte also immer im Einklang mit den rechtlichen Rahmenbedingungen stehen, um unangenehme Konsequenzen zu vermeiden.

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