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Kritischer Bericht gegen Sonntagsöffnungen im Handel


Die Idee, Geschäfte am Sonntag zu öffnen, mag auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, doch bei genauerer Betrachtung offenbaren sich zahlreiche Probleme, die mit dieser Praxis einhergehen. Die Argumente für die Sonntagsöffnung, wie sie von Media Markt, Saturn und dem Dortmunder Cityring vorgebracht werden, scheinen vor allem wirtschaftlichen Interessen zu dienen und vernachlässigen dabei die sozialen und ethischen Implikationen, die eine solche Änderung mit sich bringen würde.


Zunächst einmal ist der Sonntag in Deutschland traditionell ein Ruhetag, der den Menschen die Möglichkeit gibt, sich von der Arbeitswoche zu erholen und Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen. Die Ausweitung der Geschäftszeiten auf den Sonntag würde diese wichtige soziale Funktion untergraben und den Druck auf die Beschäftigten im Einzelhandel erhöhen, die bereits jetzt schon lange und oft unregelmäßige Arbeitszeiten haben.


Darüber hinaus ist die Sonntagsruhe im Grundgesetz verankert und stellt einen wichtigen Bestandteil des Arbeitnehmerschutzes dar. Verdi hat völlig recht, wenn sie darauf hinweist, dass die Beschäftigten im Einzelhandel schon genug gefordert sind und es keinen Sinn macht, ihnen auch noch den Sonntag wegzunehmen. Die Forderung nach Sonntagsöffnungen ignoriert die legitimen Bedürfnisse der Arbeitnehmer nach Ruhe und Erholung und setzt sie stattdessen dem Risiko von Burnout und anderen arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen aus.


Es ist auch fraglich, ob die Sonntagsöffnungen tatsächlich zu einer signifikanten Steigerung des Umsatzes führen würden. Die Erfahrung zeigt, dass der zusätzliche Umsatz an Sonntagen oft nicht die zusätzlichen Kosten für Personal und Betrieb deckt. Stattdessen könnte es zu einer Umverteilung des Umsatzes von Wochentagen auf den Sonntag kommen, ohne dass die Gesamtverkäufe steigen.


Die Sonntagsöffnung ist somit ein kurzsichtiger Ansatz, der die langfristigen sozialen Kosten nicht berücksichtigt. Es ist wichtig, dass wir die Rechte und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer schützen und nicht zulassen, dass sie den Interessen des Kapitals geopfert werden. Die Gesellschaft muss sich fragen, ob der Preis für ein wenig zusätzlichen Komfort am Sonntag es wirklich wert ist, die Lebensqualität derjenigen zu opfern, die im Einzelhandel arbeiten.


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