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Mehr als bunte Bilder – Die Wahrheit hinter Kauflands Imagekampagne


Sänger in einem Verkaufsraum

Als Gewerkschafter muss ich meine Besorgnis über die jüngste Werbekampagne der Supermarktkette Kaufland äußern, die mit glanzvollen Videos und prominenten Gesichtern wie dem Musiker Wincent Weiss die Realität der Arbeitsbedingungen in ihren Filialen zu verschleiern versucht.


Zunächst scheint das Video auf den ersten Blick eine fröhliche Arbeitsumgebung darzustellen: Mitarbeiter, die mit Leichtigkeit ihre Aufgaben erfüllen und zwischendurch sogar Zeit zum Tanzen finden. Aber ist das die Realität unserer Kollegen in den Kaufland-Filialen? Wir wissen, dass die Arbeitswirklichkeit oft von Stress, hohem Druck und suboptimalen Arbeitsbedingungen geprägt ist.


Der Einsatz von Wincent Weiss, der seinen Hit „Feuerwerk“ umtextet, mag eine kreative Marketingstrategie sein, aber es wirft die Frage auf, ob das Budget nicht besser für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Löhne der Mitarbeiter verwendet worden wäre. Besonders sticht hier die seit April letzten Jahres andauernde Pattsituation in den Tarifverhandlungen im Einzel- und Versandhandel heraus, von der auch Kaufland betroffen ist. Unsere Forderungen nach fairen Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen bleiben unbeantwortet, während offensichtlich Geld für aufwendige Werbekampagnen vorhanden ist.


Es ist bezeichnend, dass aus dem Umfeld der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) Kritik am Video laut wird. Ein Kaufland-Mitarbeiter bezeichnet das Video als „einfach nur peinlich“ und sieht darin keine echte Wertschätzung der Angestellten. Diese Kritik spiegelt ein breiteres Unbehagen wider, das viele Beschäftigte im Einzelhandel empfinden, wenn ihre harte Arbeit durch glänzende Werbebilder übertüncht wird.


Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass es in der Vergangenheit ernsthafte Vorwürfe gegen die Führungskräfte von Kaufland in Homburg gab, darunter Vorwürfe der Schikane gegen Mitarbeiter. Obwohl Maßnahmen wie die Einsetzung einer Vertrauensperson vereinbart wurden, bleibt die Frage offen, ob solche Schritte ausreichend sind, um eine echte Veränderung herbeizuführen.


Abschließend möchte ich betonen, dass wahre Wertschätzung der Mitarbeiter nicht in Hochglanzvideos zum Ausdruck kommt, sondern in fairen Arbeitsbedingungen, respektvollem Umgang und angemessener Bezahlung. Wir als Gewerkschaft fordern Kaufland auf, seine Ressourcen und Aufmerksamkeit auf die echten Bedürfnisse seiner Mitarbeiter zu konzentrieren, statt auf teure Imagekampagnen. Es ist Zeit, dass Unternehmen wie Kaufland erkennen, dass ihre größte Stärke nicht in der Werbung, sondern in ihren engagierten Mitarbeitern liegt.

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