top of page

Streikgeld führt zum Abzug bei der Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) - Was Sie wissen sollten!


Spielfigur sitzt auf Münzen

Der Dezember ist in greifbarer Nähe, und die Vorfreude auf Weihnachten steigt. Für viele Arbeitnehmer ist das Weihnachtsgeld eine willkommene finanzielle Unterstützung, um die Feiertage angemessen zu genießen. Doch was passiert, wenn ein Streik im Laufe des Jahres stattgefunden hat? Gerüchte besagen, dass das Streikgeld von der Sonderzahlung abgezogen wird. Ist das wirklich der Fall?


Die Antwort auf diese Frage liegt in den tarifvertraglichen Bestimmungen und in der Gesetzgebung. In vielen Ländern und Branchen gibt es Tarifverträge, die festlegen, wie Weihnachtsgeld oder Sonderzahlungen berechnet werden. Die genauen Regelungen können von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Allerdings gibt es eine allgemeine Regelung, die in einigen Tarifverträgen existiert und die in bestimmten Fällen zur Anwendung kommt.


Die Regelung besagt, dass die Höhe der Sonderzahlung, sei es Weihnachtsgeld oder eine ähnliche Prämie, für jeden Kalendermonat, in dem dem Anspruchsberechtigten weniger als 2 Wochen Arbeitsentgelt oder Zuschüsse zum Krankengeld gemäß den Bestimmungen des Manteltarifvertrages oder zum Mutterschaftsgeld gemäß § 14 Mutterschutzgesetz zustehen, um ein Zwölftel ermäßigt wird.


Das bedeutet, dass, wenn ein Mitarbeiter im Laufe des Jahres an einem Streik teilgenommen hat und dadurch weniger als 2 Wochen Arbeitsentgelt erhalten hat, sein Weihnachtsgeld entsprechend gekürzt werden kann. Diese Regelung zielt darauf ab, die finanzielle Belastung für das Unternehmen zu mindern, wenn es aufgrund eines Streiks Einnahmeverluste erleidet.


Es ist wichtig zu beachten, dass dies nicht in allen Tarifverträgen und in allen Unternehmen der Fall ist. Die genauen Regelungen können von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz variieren. Daher ist es ratsam, die eigenen Arbeitsverträge und Tarifverträge zu überprüfen, um zu erfahren, wie die Sonderzahlungen im Falle eines Streiks geregelt sind.


Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Ermäßigung der Sonderzahlung in der Regel nicht automatisch erfolgt. Der Arbeitgeber ist in der Regel verpflichtet, den Abzug vorzunehmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Wenn Sie also an einem Streik teilgenommen haben und Ihr Weihnachtsgeld gekürzt werden soll, sollte Ihr Arbeitgeber dies transparent kommunizieren und die entsprechenden rechtlichen Bestimmungen einhalten.


Es ist immer ratsam, bei Unklarheiten oder Fragen hinsichtlich der eigenen Arbeitsverträge und Tarifverträge rechtzeitig mit dem Arbeitgeber oder der Personalabteilung Kontakt aufzunehmen. So können Missverständnisse vermieden und Unstimmigkeiten geklärt werden.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Streikgeld in einigen Fällen tatsächlich zu einem Abzug bei der Sonderzahlung, wie dem Weihnachtsgeld, führen kann, sofern die tarifvertraglichen Bestimmungen dies vorsehen. Es ist jedoch wichtig, die individuellen Regelungen und Vereinbarungen im eigenen Arbeitsvertrag zu überprüfen und bei Fragen oder Unklarheiten den Dialog mit dem Arbeitgeber zu suchen. Damit können unangenehme Überraschungen in der Weihnachtszeit vermieden werden.

527 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page