Wahl der Jugend- und Auszubildendenvertretung


In Betrieben mit in der Regel mindestens fünf Arbeitnehmern, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (jugendliche Arbeitnehmer) oder die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt sind, ist gem. § 60 Abs. 1 BetrVG eine Jugend- und Auszubildendenvertretung zu wählen. Voraussetzung ist, dass in dem Betrieb ein Betriebsrat gebildet sein muss. Eine in einem betriebsratslosen Betrieb gewählte Jugend- und Auszubildendenvertretung ist nichtig.


Die Größe der Jugend- und Auszubildendenvertretung richtet sich nach der Anzahl der im Betrieb beschäftigten jugendlichen Arbeitnehmer sowie der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten. § 62 Abs. 1 BetrVG sieht hier eine besondere Staffelung vor; entsprechend kann eine Jugend- und Auszubildendenvertretung aus 1-15 Mitgliedern bestehen. Nach § 62 Abs. 2 BetrVG soll sich die Jugend- und Auszubildendenvertretung möglichst aus Vertretern der verschiedenen Beschäftigungsarten und Ausbildungsberufen zusammensetzen. Da diese Vorschrift als sog. »Sollvorschrift« ausgestaltet ist, hat eine entsprechende Verletzung keine Auswirkungen auf die Wahl. Anfechtbar ist die Wahl allerdings, wenn die Zusammensetzung der Jugend- und Auszubildendenvertretung nicht dem Minderheitengeschlecht Rechnung trägt. Insoweit sieht § 62 Abs. 3 BetrVG für eine Jugend- und Auszubildendenvertretung mit mindestens drei Mitgliedern vor, dass für den Fall, dass unter den Jugendlichen und Auszubildenden unter 25 Jahren ein Geschlecht in der Minderheit ist, dieses Geschlecht mindestens entsprechend seinem zahlenmäßigen Verhältnis in der Jugend- und Auszubildendenvertretung vertreten sein muss.


Während wahlberechtigt alle im Betrieb beschäftigten jugendlichen Arbeitnehmer sowie die zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten sind, sind wählbar alle im Betrieb Beschäftigten, die am Wahltag das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben sowie die zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten. Mitglieder des Betriebsrats können allerdings nicht zu Jugend- und Auszubildendenvertretern gewählt werden.


Die regelmäßigen Wahlen der Jugend- und Auszubildendenvertretung finden alle zwei Jahre in der Zeit vom 01.10. bis zum 30.11. statt. Für Wahlen außerhalb dieser Zeit sind gem. § 64 Abs. 1 BetrVG die für den Betriebsrat geltenden Vorschriften (§ 13 Abs. 2 Nr. 2-6 und Abs. 3 BetrVG) entsprechend anzuwenden. Die Amtszeit der Jugend- und Auszubildendenvertretung beträgt gem. § 64 Abs. 2 Satz 1 BetrVG zwei Jahre. Sie beginnt gem. § 64 Abs. 2 Satz 2 BetrVG mit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses oder, wenn zu diesem Zeitpunkt noch eine Jugend- und Auszubildendenvertretung besteht, mit Ablauf deren Amtszeit. Ein Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung, das im Laufe der Amtszeit das 25. Lebensjahr vollendet oder sein Berufsausbildungsverhältnis beendet, bleibt bis zum Ende der Amtszeit Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung, § 64 Abs. 3 BetrVG.


1 Ansicht0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen