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Zeitspiel der Arbeitgeber bedroht Existenz der Beschäftigten!



Nachdem die Fortsetzung der vierten Verhandlungsrunde Mitte Juli einseitig durch die Arbeitgeber abgesagt wurde, ist auch die heutige fünfte Verhandlungsrunde für die rund 517.000 sozialversicherungspflichtigen und 197.000 gering- fügig Beschäftigten im NRW Einzelhandel ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Damit geht die Blockadehaltung der Arbeit- geber auch nach viereinhalb Wochen weiter.


„Es ist ein Skandal, wie die Arbeitgeber mit ihren Beschäftig- ten umgehen. Es wird Geld in die Hand genommen, um Be- schäftigte vom Streiken abzuhalten oder Zeitprämien an die- jenigen verteilt, die sich nicht an Streikmaßnahmen beteili- gen. Am Verhandlungstisch werden aber weiterhin nur Real- lohnverluste geboten. Dieses Zeitspiel geht zu Lasten der Beschäftigten, die dringend auf Entgelterhöhungen angewiesen sind“, erklärte die ver.di Verhandlungsführerin, Silke Zimmer.


„Die Tarifverträge im Einzelhandel sind seit Ende April ge- kündigt. Mit jedem Monat der verstreicht, können sich die Be- schäftigten weniger von ihrem Einkommen leisten. Die Le- bensmittelpreise steigen kontinuierlich an. Die niedrigen Ent- gelte treffen überwiegend Frauen in ihrer Existenz. Die Angst vor Altersarmut ist dabei nicht nur ein Gefühl, sondern eine skandalöse Realität. Dieses Angebot liegt Welten von den Erwartungen der Beschäftigten entfernt. Damit kommen un- sere Arbeitskämpfe in eine nächste Phase“, so Silke Zimmer weiter.


ver.di fordert in der Tarifrunde 2023 im Einzelhandel NRW 2,50 Euro mehr Gehalt und Lohn pro Stunde. Die Ausbil- dungsvergütungen sollen um 250 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Dar über hinaus fordert die Gewerkschaft ein Mindeststundenentgelt von 13,50 Euro.


Das Arbeitgeberangebot sieht eine Erhöhung der Entgeltta- bellen von 150 Euro ab August 2023 vor. Das entspricht einer Erhöhung des Stundenentgelts für ein/e Verkäufer*in im Endgehalt von 92 Cent pro Stunde. Das Mindeststundenent- gelt soll 13 Euro betragen.


Darüber hinaus soll es für die Monate Mai bis August 2023 eine Einmalzahlung von 450 Euro als Inflationsausgleichs- prämie geben (Teilzeitbeschäftigte anteilig, Auszubildende 150 Euro). Arbeitgeber, die bereits eine Inflationsausgleichs- prämie gezahlt haben, können diese miteinander verrechnen. Für Arbeitgeber mit wirtschaftlicher Notlage soll es eine Notfallklausel geben.


Im Mai 2024 sollen die Entgelte für alle Beschäftigten um weitere 3,1 Prozent angehoben werden. Die Ausbildungsver- gütungen sollen zu August 2023 um 50 Euro und in 2024 ab Mai ebenfalls um 3,1 Prozent erhöht werden.


Die Verhandlungen werden am 25. August um 11:00 Uhr in Recklinghausen fortgesetzt.

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